Test: Das beste Franzbrötchen in Hamburg

Bestes Franzbrötchen von Bäckern in Hamburg im Test

Testsieger: Butter, Zimt und Zucker ordentlich dosiert und perfekt gebacken.

Wer bäckt es: Das beste süß-zimtig-fettig-fluffige Hüftgold in Hamburg?

Was ist das eigentlich: ein Franzbrötchen?

Die Hansestadt Hamburg hat drei Wahrzeichen: den Michel, die Elbphilharmonie und die regionale Spezialität – das Franzbrötchen. Wobei nicht sicher ist, ob das Franzbrötchen nicht als Erstes da war. Wer beim Besuch in der Hansestadt nach einem essbaren Mitbringsel sucht, ist mit dem süßen Teigwickel jedenfalls bestens bedient.

Trotz der Süße wird das Franzbrötchen nicht als Dessert oder Kuchen verspeist, sondern dient den Hamburger*innen vor allem als zweites Frühstück. Zusammen mit einem heißen Kaffee pusht das Gebäck hervorragend bis zur Mittagspause. Ist es vielleicht sogar eine der „Geheimwaffen“ für den Erfolg der Hanseaten?

Zu einem guten Franzbrötchen gehören Zucker, Butter und viel Zimt. Bei der Herstellung wird der Teig ausgerollt, mit Butter bestrichen, darüber Zimt und Zucker gestreut, zu einer Rolle geformt, geteilt und gebacken.

Die besten 13 Franzbrötchen im Blindtest: So haben wir getestet

Nachdem wir von vielen Franzbrötchenfans Tipps eingesammelt haben, wer denn die besten Franzbrötchen bäckt, haben wir daraus unsere Testkandidaten herausgepickt.

Bei der Auswahl der Bäckereien haben wir darauf geachtet, eine Mischung aus regionalen Bäckereiketten und kleinen bis mittleren Backbetrieben in die Verkostung einzubeziehen. Ob sich eine der Filialen in Ihrer Nähe befindet, lässt sich leicht über deren Internetauftritte herausfinden (Die Web-Adressen dazu gibt es in den Karten- Infofenstern des jeweiligen Anbieters).

Wir sind an einem schönen Freitag im Juli 2020 losgezogen und haben anonym 13 Franzbrötchen eingekauft. Diese wurden dann in der heimischen Küche ausgepackt, gewogen und mit einer Nummer versehen. Die Verkostung sollte ja schließlich ein Blindtest werden, also so, dass der Tester nicht weiß, von welchem Anbieter das soeben bewertete Produkt stammt. Nur dadurch sind vergleichbare und objektive Ergebnisse möglich.

Franzbrötchen Test-Kandidaten

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Testergebnisse Franzbrötchentest

In Anbetracht der geizigen Verwendung von Zimt bei den meisten Testkandidaten, scheint diese Zutat offensichtlich ein immenser Kostentreiber zu sein. Jedoch schon die dunklen Ränder der Wicklung offenbaren, wie viel davon eingesetzt wurde. Schummeln ist hier also kaum möglich.

Beim Test fiel auf, dass bei einigen Franzbrötchen statt guter Butter, Zimt und Zucker eher Backtriebmittel zum Einsatz kommt. Was sich zuerst nach einem luftigen Gebäck anhört, kann schnell nach hinten losgehen. Die gerollte Struktur wird durch diese Zutat zu einem zusammengelaufenen Teig, womit der optische und haptische Charakter eines Franzbrötchens verlorengeht.

Am besten lässt sich das an einem durchgeschnittenen Franzbrötchen, wie auf den Fotos, erkennen. Dort ist deutlich zu sehen, ob die Struktur beim Backen erhalten geblieben ist oder sich die Schichten zu einer Einheitsmasse vermischt haben. Neben dem Zimtanteil war dies ein wichtiges Kriterium bei unserem Test, denn dadurch zeigt sich wie gut die handwerkliche Ausführung ist.

Erstaunlich war für mich, dass unser Testsieger die kleine Hamburger Kaffeerösterei „elbgold“ ist. Hier zeigt sich, dass der Anspruch der Inhaberin und des Inhabers bei der Qualität ihres Kaffees anfängt und bei den eigenen Backwaren konsequent fortgeführt wird.

Ihr Franzbrötchen wurde gemeinsam mit ihrem Konditor- bzw. Bäckermeister entwickelt. Bei der Herstellung, in der eigenen Backstube im Hamburger Schanzenviertel, werden ausgesuchte und regionale Zutaten wie Bio-Eier und Milch direkt vom Hof verwendet. Das Franzbrötchen von „elbgold“ ist dadurch etwas teurer als der Durchschnitt.

Enttäuscht hat dagegen die Eppendorfer Konditorei „Lindner“, die ihrem hochwertigen Image leider nicht gerecht werden konnte.

Das ungewöhnlichste Franzbrötchen habe ich bei „Mutterland“ entdeckt. Hier wird der Teig so geschichtet, dass daraus ein runder Kuchen entsteht. Als Franzbrötchen werden dann die einzelnen „Tortenstücke“ verkauft.

Wertungstabelle

Farben in der Tabelle: Punktzahl = Prädikat
Testwertung Punkte-Prädikat

Hinweis zur Tabelle: In der Spalte „€/Pkt.“ haben wir den Preis pro 100 g Produktgewicht und pro Wertungspunkt gewichtet. Hier kann man also einfach ein preisgünstiges und leckeres Produkt erkennen. Je geringer der Preis pro Wertungspunkt, umso besser. Konkret sind in unserem Test solche Franzbrötchen, die mehr als 0,20 € pro Punkt und 100 g kosten, entweder für ihr Gewicht zu teuer und/oder die Qualität passt nicht zum Preis.

Franzbrötchen in vielen Varianten

Getestet haben wir ausschließlich klassische Franzbrötchen mit Zucker und Zimt. Es gibt aber viele andere Varianten der Hamburger Teigrolle, zum Beispiel mit Apfel, Kirsche oder Schokolade.

Dass die hier verkostete Auswahl nicht umfassend oder abschließend sein kann, das ist sicher jedem klar. Bleibt mir nur noch, jeden aufzufordern, seinen eigenen Favoriten unter den Franzbrötchenbäckern in Hamburg herauszufinden und sich dort mit der täglichen Ration Zimt, Butter und Zucker zu versorgen. Das ist auch die perfekte Grundlage, um den Besuch von Michel, Elbphilharmonie oder Fischmarkt durchzustehen. 🙂

Franzbrötchenanbieter des Tests auf der Karte anzeigen.

Zusatzinfos Franzbrötchen

  • Einen Test von Discounter-Franzbrötchen und einige interessante Zusatzinfos gibt es in diesem Fernsehbeitrag.
  • Ein Rezept zum Nachbacken gibt es hier.

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise Stand Juli 2020.

Dieser Beitrag enthält Werbung für Franzbrötchenanbieter | unbeauftragt. Info zu Werbung auf schmeckt Hier.

leere Tüten der Franzbrötchen von Hamburger Bäckern

Stillleben der leeren Bäckertüten nach der Verkostung.